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Und warum nicht?

Na ja, für gewisse Umweltaktivisten ist das gar keine Option. Auch wenn auf den Färöern die Umwelt weitestgehend noch in Ordnung ist:
Es gibt dort die wohl sauberste Luft in Europa, das Wasser in den Bergbächen kann man ungefiltert trinken - und vor allem: Die Bestimmungen gegen die intensive Fischereiwirtschaft in dem zu den Färöern gehörenden Seegebiet, immerhin rund 250 000 Quadratkilometer des Nordatlantiks, schützen es weitgehend vor Überfischung.
Dennoch gibt es einen Punkt, der vor allem durch das Internet geistert, aber auch in vielen Reiseberichten und anderen Publikationen immer wieder angeführt wird: die Jagden auf Grind- und Zahnwale.
Obwohl auch in Island und Norwegen - und mehr noch in Japan Walfang betrieben wird, sogar auf Großwale, werden vornehmlich die Färöer Zielscheibe von Umwelaktivisten, die die jahrhundertealte Tradition stoppen wollen.
Ob es nur daran liegt, dass man einem kleinen Land mit knapp 50 000 Einwohnern leichter mit einem Boykott drohen kann als dem 120-Millionen-Volk Japan, das zu dem in vielen Bereichen eine Marktmacht besitzt, kann ich nur vermuten. Wahrscheinlicher ist mir aber, dass man die Aktionen der färingischen Walfänger viel leichter fotografieren und dokumentieren kann als den Grindwalfang auf hoher See, wie er vor allem auch in der Karibik durchgeführt wird. Dort geht es ja nicht so transparent zu, dass alle Aktivitäten von Land aus beobachtbar sind!
Nicht nur vor Ort sind diese Aktivisten im Einsatz, z.B. die des Seashepherd, sondern auch in den USA, Großbritannien oder Deutschland, wo von zu Hause und Büros aus wirkungsvolle PR-Attacken gestartet werden.
Schließlich ist selbst für den durch die Darstellung zahlreicher Ermordeter in den TV-Kriminalfilmen abgebrühten Nordamerikaner oder Mitteleuropäer der Anblick von im blutroten Wasser treibenden Kadavern von Walen oder auch Delfinen ein schockierender Anblick!


War nach knapp 10 Minuten vorbei. Dennoch nichts für schwache Nerven!

Kurz: Die Anti-Grind-Kampagnen sollen möglichst viele abschrecken, die Inseln der angeblichen Walmörder zu besuchen. Natürlich gibt es da eine Ausnahme: Aktivisten, die diese Kampagnen unterstützen, sind höchst erwünscht!
Und dass diese Kampagnen erfolgreich sein können, hat vor allem ein bekanntes deutsches Kreuzfahrtunternehmen unter Beweis gestellt. Dem entsprechenden Boykottaufruf wurde gehorcht, mit der Begründung, man könne es nicht verantworten, den Passagieren Unannehmlichkeiten zu bereiten, da ihre Verhaftung durch die färöische Polizei nicht unwahrscheinlich sei. Es genüge dafür lediglich, die Sichtung einer Grindwalschule nicht gemeldet zu haben !!! Und deswegen würden die Färöer nicht mehr angelaufen!
Wer es nicht glauben will:
Siehe diese WDSF-Kampagne !
So abstrus das klingen mag, der Beifall der Umweltaktivisten war dem Ansehen der Reederei wohl sehr angenehm, schließlich war die gesamte Kreuzfahrtwirtschaft ja gerade aus Umweltschutzgründen - Stichwort: Schwerölentsorgung auf hoher See - stark in Verruf geraten.

Wie allgemein bekannt, stellt die Karibik ein vornehmes Reiseziel für Kreuzfahrttouristen nicht nur aus den USA dar. Ob dort auch ein Stopp des Anlaufens aus vorgeblichen Tierschutzgründen infrage käme, wo hier noch viel mehr Grindwale aufgrund professionell organisierter Fangmethoden getötet werden ?
Das dürfte wohl kaum ein Kreuzfahrtunternehmen wagen! Es herrscht da ja ständig verlockendes Wetter, und das mit dem Grindwaltöten kann man dort getrost vergessen, es kriegt ja keiner mit!



Übrigens:
Es stimmt schon, dass es auf den Färöern die meisten Regentage gibt, doch es gibt auch die meisten Tage mit Sonnenschein. Eben stets Aprilwetter. Und was die Grindwaljagden angeht, habe ich dort bei meinen mittlerweile 13 Aufenthalten nicht eine einzige mitbekommen. Darüber bin ich auch überhaupt nicht traurig!